Am 20. Januar 2026 trafen sich lokale Unternehmerinnen und Unternehmer zum offenen Austausch über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Moosburg. Landratskandidat Stephan Griebel begrüßte die Runde und machte deutlich: Wirtschaftspolitik beginnt vor Ort, im Gespräch mit denen, die täglich unternehmerische Verantwortung tragen. Dann gehörte der Abend unter Moderation von unserer Stadtrats- und Kreistagskandidatin Barbara Bucksch Bürgermeisterkandidat Dr. Michael Stanglmaier und den Gästen – und es wurde konkret.
Vielfalt am Tisch
Die Bandbreite der Teilnehmenden spiegelte die Moosburger Wirtschaftslandschaft wider: Von der Hundeschule über ein Modehaus mit Tradition und 200 Jahren Familiengeschichte, von der Schreinerei bis zur frisch übernommenen Apotheke. Ein Techniker aus der Automobilindustrie berichtete, wie ihn die Transformation zur Elektromobilität umtreibt. Ein erfahrener Unternehmensberater für Start-ups war ebenso dabei wie jemand, der gerade selbst ein KI-Startup aufbaut. Dr. Michael Stanglmaier brachte gleich mehrere Perspektiven mit: promovierter Biochemiker mit eigener Gründungserfahrung und Mitbegründer der Bürgerenergiegenossenschaft Freisinger Land. Seine Rolle an diesem Abend? „Mich interessiert, was den Leuten auf dem Herzen liegt, was die Stadt besser machen könnte. Meine Rolle: Zuhören, Lösungen finden und umsetzen.“





Innenstadt: Erreichbarkeit und Aufenthaltsqualität
Ein zentrales Thema des Abends war die Moosburger Innenstadt. Die Einzelhändler vom Stadtplatz machten deutlich, was sie bewegt: Die Frequenz in der Innenstadt korreliert direkt mit den Umsätzen. Dabei geht es nicht um ein Entweder-oder zwischen Parkplätzen und Aufenthaltsqualität, sondern um kluge Lösungen für beides.
Konkrete Vorschläge aus der Runde:
- Bessere Beschilderung vom Viehmarktplatz zum Stadtzentrum – eine kleine Maßnahme mit großer Wirkung für Ortsunkundige und damit Besucher den Weg intuitiv finden
- Die Tiefgarage in der Bahnhofstraße besser bewerben und auszeichnen – viele wissen gar nicht, dass es dort öffentliche Parkplätze gibt
- Ein digitales Parkleitsystem, das zeigt, wo Plätze frei sind – und damit den Parkplatzsuchverkehr reduziert
Leerstand als Chance begreifen
Der Leerstand in der Innenstadt – aktuell acht bis neun Läden – beschäftigt die Gewerbetreibenden. Die Diskussion zeigte: Es braucht kreative Ansätze. Die Idee von Pop-up-Läden fand großen Anklang, verbunden mit dem Wunsch nach städtischer Unterstützung. Nicht unbedingt finanziell, sondern vor allem organisatorisch: Kontakte zu Vermietern herstellen, bei Genehmigungen helfen, Hürden abbauen.
Eine besondere Sorge gilt dem Stadtcafé-Areal. Die Teilnehmenden waren sich einig: Ein belebtes Stadtcafé mit Außengastronomie würde den gesamten Stadtplatz aufwerten.
Wirtschaftsförderung neu denken
Die neu geschaffene Wirtschaftsförderstelle wurde begrüßt. Die Idee von Michael Stanglmaier zur Schaffung einer „Business Unit“ im Rathaus, die Wirtschaftsförderung, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit vernetzt, stieß auf Interesse. Das Vorbild Neufahrn zeigt: Mit gezielter Wirtschaftsförderung und einem Standortkonzept lassen sich Gewerbesteuereinnahmen deutlich steigern.
Wichtig für die Anwesenden: Die Wirtschaftsförderung sollte als direkte Ansprechpartnerin fungieren – ob für den Gastronomiebetrieb, den Innenstadtladen, das Pop-up-Konzept oder das Start-up. Kurze Wege, schnelle Entscheidungen.
Fachkräfte und Wohnraum
Auch das Thema Fachkräftemangel kam zur Sprache. Die Lösung liegt nicht nur in der Wirtschaft selbst – Moosburg muss als Wohnort attraktiv sein. Bezahlbarer Wohnraum steht dabei an erster Stelle, gefolgt von Kinderbetreuung und Schulen.
Unternehmertum aus Überzeugung



Zum Abschluss zeigte sich: Die Moosburger Unternehmerinnen und Unternehmer brennen für das, was sie tun. Ob der Schreinermeister, der nach acht verschiedenen Arbeitgebern endlich selbst gestalten wollte, der Apotheker, der seinen Beruf „liebt und lebt“ und Unternehmerinnen aus Leidenschaft – die Motivation ist da.
Die Zuversicht? Zweigeteilt. Das Vertrauen in die persönliche Beratung und den Wert des stationären Handels ist groß. Die Herausforderungen durch Fachkräftemangel und wirtschaftliche Unsicherheiten sind es aber auch.
Wie es weitergeht
Der Unternehmerdialog war ein Auftakt. Die Themen liegen auf dem Tisch, die Kontakte sind geknüpft. Moderatorin und Ortsvorsitzende Barbara Bucksch fasste es am Ende zusammen: „Sie nehmen hoffentlich auch was mit – und es hat sich gelohnt, in diesen Austausch zu gehen.“
Wer das Gespräch fortsetzen möchte, ist herzlich eingeladen zur nächsten Veranstaltung „Wohnen: Michael Stanglmaier hört zu“ am 27. Februar in der Kegelhalle um 19 Uhr. Dann geht es um bezahlbaren Wohnraum in Moosburg.
Mit dabei: Experten, Architekten und viel Raum für Diskussion.
Moosburg lebt von seinen Unternehmen. Und von Menschen, die zuhören, gestalten und gemeinsam Lösungen finden.
