Am 26. Februar stellten sich die Moosburger Bürgermeisterkandidaten den „Wahlprüfsteinen“ der Altstadtförderer in der voll besetzten VHS. Dorothea Band, Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Innenstadtentwicklung, hatte vier Themenblöcke vorbereitet: Aufenthaltsqualität, Stadtentwicklung, Verkehr und Fußgängerzone.
Michael Stanglmaier hat dabei seine Vision für die Moosburger Innenstadt deutlich gemacht:
- Verlässlichkeit und positive Botschaften: Für Michael Stanglmaier ist klar: „Auf den Stadtrat muss Verlass sein – Verlässlichkeit schafft Vertrauen.“ Er betonte, dass Moosburg vor allem positive Botschaften braucht: „Wir haben eine tolle Innenstadt mit Qualität und Potenzial. Wer beim 1250-jährigen Stadtjubiläum dabei war, hat das gespürt.“
- Aufenthaltsqualität als Schlüssel: Michael Stanglmaier sieht in der Aufenthaltsqualität den zentralen Hebel für eine lebendige Innenstadt: mehr Platz für Außengastronomie, mehr Stadtgrün, Leerstandsmanagement – und eine Lösung für das Kopfsteinpflaster, für die es inzwischen neue technische Verfahren gibt. Dass er dabei auch klar die bestehenden Defizite benannte wie Leerstände, Verkehrslärm und zu wenig Platz für Fußgänger hob Moderatorin Dorothea Band ausdrücklich hervor. Sein Zielbild: „In sechs Jahren geht jede und jeder aus Moosburg und dem Umland gerne in die Innenstadt, trinkt dort einen Kaffee und hat einfach Lust zu verweilen.“
- Areal „Alte Polizei“ hochwertig statt Parkhaus: Beim ehemaligen Polizei-/Jugendhausgelände war Michael Stanglmaier besonders deutlich: „Dort ein Parkhaus zu bauen, wäre eine städtebauliche Todsünde.“ Das Areal sei die letzte große Entwicklungsfläche in der Innenstadt und müsse hochwertig genutzt werden – mit Gastronomie oder Läden im Erdgeschoss und attraktivem Wohnen, Büros oder einem Hotel in den Obergeschossen. Darunter könne eine Tiefgarage die nötigen Stellplätze schaffen. Von ihm aufgegriffen: Der Vorschlag der Altstadtförderer für einen barrierefreien Zugang von dort zum Kastulus-Platz.
- Stadtentwicklung steuern – mit Bebauungsplänen: Um Fehlentwicklungen wie überdimensionierte Neubauten zu verhindern, setzt Michael Stanglmaier auf Bebauungspläne als Steuerungsinstrument: „Damit wir bestimmen, wie sich die Stadt entwickelt. Und nicht irgendjemand im Landratsamt uns etwas vor den Kopf setzt.“ Für die Innenstadt sieht er eher Gestaltungssatzungen als geeignetes Mittel.
- Innenstadteingänge und Plätze aufwerten: Die Moosburger Plätze – Gries, Stadtplatz – seien derzeit vor allem Verkehrsfläche. Michael Stanglmaier will ihnen echten Platzcharakter geben: Verkehr raus, Außengastronomie rein, das gesamte Areal gestalterisch aufwerten. Auch die Innenstadteingänge sollen baulich erkennbar werden, unterstützt durch das bereits beschlossene Tempo 30 in der Innenstadt und Tempo 20 am Stadtplatz.
- Verkehr und Stadtentwicklung Hand in Hand: Im Verkehrsblock machte Michael Stanglmaier deutlich: „Stadtentwicklung und Verkehr gehen Hand in Hand – das eine geht ohne das andere nicht.“ Seine konkreten Ansätze: ein digitales Parkleitsystem, um den Parksuchverkehr zu reduzieren, Parken an den Rand verlagern, den Viehmarktplatz als Parkplatz attraktiver anbinden, breitere und barrierefreie Fußwege, ein Sitzbankkonzept für ältere Menschen – und die Umsetzung der vorhandenen Gutachten statt neuer Studien.
- Fußgängerzone – jetzt ist das Zeitfenster: Bei der Frage nach einer Fußgängerzone verwies Michael Stanglmaier auf seine Erfahrung seit 1990: „Ich kann eine Fußgängerzone nicht einfach dadurch machen, dass ich ein Schild hinstelle. Ich brauche ein Konzept, damit dort Leben reinkommt.“ Entscheidend sei aber, jetzt zu handeln – denn mit jedem weiteren Leerstand werde es schwieriger. Die vorhandenen Gastronomen bräuchten nur Platz für schöne Außenbereiche, statt eingezwängt zwischen Parkplätze zu sitzen. Sein Zeithorizont: „In sechs Jahren hat Moosburg eine Fußgängerzone.“
- Bahnhof, Startups und Wirtschaftsförderung: Beim Thema Bahnhof unterstützt Michael Stanglmaier die beschlossene „Pinselsanierung“ als ersten Schritt mit der Perspektive, den Bahnhof in die geplante Sanierung des gesamten Bahnhofsareals einzubeziehen. Zum Thema Startups sprach er aus eigener Erfahrung: „Die Startups von heute sind die Gewerbesteuerzahler von morgen.“ Der beschlossene Wirtschaftsförderer soll gezielt Gründer:innen betreuen, Leerstände als Büroräume aktivieren und ein kleines Förderprogramm auflegen, ohne den städtischen Haushalt zu überlasten.
- Moosburg hat Vorreiterrolle beim Denkmalschutz: „Ohne den Denkmalschutz hätten wir die Stalag-Wachmannschaftsbaracken nicht mehr.“ Jetzt gelte es, gemeinsam mit der Bevölkerung einen Erinnerungsort zu schaffen und das gesamte Areal dabei einzubeziehen.
Vielen Dank an die Altstadtförderer und Dorothea Band für die Organisation dieser wichtigen Veranstaltung!
