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Moosburger Zeitung 13.09.2008

Wer holt als erster Grüner ein Direktmandat?

MdL Magerl gibt sich selbstbewusst – Stanglmaier: Kernenergie kein Mittel gegen Klimawandel

Moosburg. Die Grünen hatten am Donnerstag zu einer Wahlveranstaltung ins Gasthaus „Zur Lände“ geladen. Spitzenkandidat und Landtags-Direktkandidat Dr. Christian Magerl wollte zur dritten Startbahn eigentlich nichts mehr sagen: „Dazu habe ich schon so oft etwas gesagt, meine Reden sind bekannt.“ Zu seinem Wahlziel äußerte er sich dagegen selbstbewusst: „Ich möchte als erster Grüner in Bayern das Direktmandat erobern.“

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Kandidaten-Troika der Grünen (v. l.): Dr. Michael Stanglmaier, MdL Dr. Christian Magerl und Andreas Ammer (Foto: re)

Zuerst erläuterte Bezirkstags-Direktkandidat Andreas Ammer seine Vorstellungen. Vorrangige Aufgabe des Bezirks sei, für eine gute ambulante Versorgung psychisch kranker Menschen zu sorgen. „Ambulant vor stationär und beides möglichst wohnortnah“, so Ammer. Zur Behebung von Zugangs- und Sprachbarrieren sollte mehrsprachiges Fachpersonal eingestellt werden und Mitarbeiter für Dolmetscherdienste qualifiziert werden. Außerdem möchte sich Ammer im Bezirkstag für Natur- und Landschaftsschutz und Klimaschutz einsetzen.

Landtags-Zweitstimmenkandidat Dr. Michael Stanglmaier ist seit 2001 Abteilungsleiter bei einer Münchner Biotechnologiefirma. Der Kreisrat und Grünen-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat kritisierte die Bildungspolitik der CSU. Selbst die ehemalige Kultusministerin Monika Hohlmeier habe ihre eigenen Kinder auf Privatschulen geschickt, was zeigen würde, dass nicht einmal die eigene Fachministerin Vertrauen in das bayerische Schulsystem gehabt hätte, so Stanglmaier. Die größte Herausforderung für die Menschheit sei allerdings der Klimawandel: „Wer jetzt nicht handelt, handelt unverantwortlich.“ Er warnte zugleich davor, die Kernenergie als Lösung für den Klimawandel zu sehen. Er gab zu bedenken, dass die Kernenergie in Deutschland nur 4,8 Prozent zur Endenergie beitragen würde. Er forderte statt dessen die Energiewende mit erneuerbaren Energien.

Landtags-Direktkandidat MdL Dr. Magerl griff die Themen seiner Vorredner auf. Bei der Bildungspolitik sollte auch der demographische Wandel berücksichtigt werden, ergänzte Magerl. Denn bereits jetzt müssten viele Schule schließen, weil zu wenig Kinder angemeldet seien. Er forderte den Austritt aus dem dreigliedrigen Schulsystem und stattdessen eine längere gemeinsame Schulzeit. Er machte auch auf das Problem des doppelten Abiturjahrgangs in drei Jahren aufmerksam.

Aufgrund einiger Publikumsmeldungen widmete sich Magerl seinem Hauptthema dritte Startbahn. Angesichts der Entwicklung auf dem Rohölmarkt und dem damit verbundenen Anstieg der Preise für Kerosin sei es höchste Zeit, die Planungen für den Ausbau des Flughafens München zu revidieren und auf eine dritte Startbahn zu verzichten. „Die Zeiten scheinbar ungebremsten Wachstums im Flugverkehr sind gezählt.“ Das von der Flughafen München GmbH eingereichte Prognosegutachten geht von einem Rohöldurchschnittspreis bis 2020 von 40 Dollar pro Fass aus – „eine Annahme, die von der Realität längst überrollt wurde“.

Magerl rief abschließend die Verluste bei der Bayerischen Landesbank in Erinnerung und sagte: „Hier hat das Kontrollorgan, dem CSUParteivorsitzender Erwin Huber und der bayerische Ministerpräsidenten Dr. Günther Beckstein angehörten, versagt.“ -re-