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Moosburger Zeitung 30.07.2008

Erst Kosten für Lärmschutz ermitteln

Stadtrat zeigt Verständnis für die geplagten Bundesstraßenanwohner in der Bonau

Moosburg. Durchaus Verständnis zeigte der Stadtrat am Montagabend für die geplagten Bonauer Anwohner der B11, die entlang der Bundesstraße einen Lärmschutz fordern. Aber zum einen wollen die Räte den Bund, dem die Straße „gehört“, nicht von vorneherein aus der Pflicht entlassen, und zum anderen wollen sie erst einmal wissen, was das kosten würde. Außerdem muss geklärt werden, ob die nötigen Grundstücke überhaupt zu kaufen sind.

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Bei der Stadtratssitzung am Montag wurde über mögliche Lärmschutzmaßnahmen entlang der B 11 im Bereich Bonau debattiert (Foto: fi)

Die Grünen haben sich zum Sprecher der lärmgeplagten Bonauer gemacht, indem sie einen Lärmschutz (Wall oder Wand) entlang der B11 von der Brücke über die Bonaustraße bis zur Brücke über den Kanal forderten. Bürgermeisterin Anita Meinelt ließ wissen, sie habe am Nachmittag eine Liste mit Unterschriften bekommen, mit der zahlreiche Anwohner die Forderung bekräftigten. „Grundsätzlich richtig und nachvollziehbar“ fand sie das Anliegen der Bonauer, weil der Verkehr auf der B 11 tatsächlich enorm zugenommen habe und weil es durch den Kreisel sicher noch lauter werde. Dennoch warnte Meinelt: „Wir machen ein Fass auf, wenn wir an einer Straße, die nicht in unsere Zuständigkeit fällt, freiwillig einen Lärmschutz errichten. Dann wollen das alle.“ Die Bürgermeisterin sprach sich deshalb dafür aus, zunächst ein Lärmgutachten erstellen zu lassen, um den Bund zum Handeln zu zwingen, und gleichzeitig die Grundstücksverfügbarkeit zu prüfen. Für eine Lärmschutzkonstruktion müsse die Stadt nämlich private Flächen erwerben und nach den bisherigen Erfahrungen des Liegenschaftsamtes mit dem betreffenden Eigentümer sei eher nicht damit zu rechnen, dass die Stadt sie kaufen könne.

Dr. Michael Stanglmaier führte ins Feld, dass schließlich beide Mühlbachbögen einen Lärmschutz hätten bzw. bekämen, das gleiche Recht stünde den Bonauern zu – noch dazu, wo der Kreistag beschlossen habe, sein Gebäude in der Taubenstraße mit einem Lärmschutz zu versehen. Einzig der Bau des Kreisverkehrs mache es rechtlich überhaupt möglich, einen Wall oder eine Wand zu errichten, weil sich die bauliche Lage ändere. Ein Lärmschutzgutachten lehnte Stanglmaier ab: „Das kostet nur Geld, das wir für die eigentliche Baumaßnahme hernehmen könnten.“ Zudem gab er bekannt, dass allein in den vergangenen zwei Tagen 9000 Euro zusammen gekommen seien, die Anlieger für einen Lärmschutz mit zu zahlen bereit seien.

Zweiter Bürgermeister Martin Pschorr wollte den Staat nicht aus der Verantwortung entlassen und deshalb schon ein Lärmgutachten fordern. Erst der zweite Schritt könne eine freiwillige Leistung der Stadt sein, „die ich befürworten würde“. Christoph Marschoun fand es sehr lobenswert, dass Anwohner mitzahlen, meinte jedoch, er könne leider nicht zustimmen, wenn nicht einmal klar sei, ob die erforderlichen Grundstücke überhaupt verfügbar sind. Man solle prüfen, ob nicht das Bankett für eine Lärmschutzwand ausreiche, regte Hinrich Groeneveld an, der ebenfalls den Bund in die Pflicht nehmen wollte.

„Und was kostet das Ganze eigentlich ?“, stellte schließlich André Gabriel die Kardinalfrage. Dem schloss sich Anton Neumaier an. Der erinnerte daran, dass sich die Autobahndirektion in Aich mit allen Mitteln um einen notwendigen Lärmschutz drücke „und so wird’s hier auch“. Man müsse deshalb erst einmal die Kosten für Wall oder Wand ermitteln und gleichzeitig die Fühler zum Bund ausstrecken.

Michael Stanglmaier wiederum sprach von einer „Geisterdebatte“, denn die Lärmgrenzwerte beim Bund seien so extrem hoch, dass von der Seite nicht mit Geld zu rechnen sei. Der Verwaltung warf er vor, nicht bereits im Vorfeld die Kosten geschätzt zu haben. Nachdem auch Ludwig Kieninger und Erwin Weber für einen Lärmschutz auf der Basis einer Kostenschätzung und für die Hinzuziehung des Bundes plädiert hatten, machte Anton Neumaier gleich das nächste Fass auf: „Auch in Richtung Hohenadl-Kreuzung wohnen Menschen, die einen Lärmschutz bräuchten; die sitzen dann in der nächsten Sitzung da.“

Der Grünen-Antrag fand mit 7:16 Stimmen keine Mehrheit. Einstimmig befürwortet wurde der Beschlussvorschlag der Verwaltung, die Kosten für einen Lärmschutz entlang der B11 zu ermitteln und gleichzeitig die Grundstücksverfügbarkeit zu prüfen. -ka-