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Jahreshauptversammlung am Donnerstag, 23.11.2017, 20:00 Uhr, Gasthaus Zur Länd 
gruene-moosburg.de

Moosburger Zeitung 02.08.2008

Mehr Menschen auf den Sattel bringen

Ein Arbeitskreis will das Radfahren fördern – Beim Wegenetz hapert es noch

Moosburg. Die „FahrRad(!) Stadt Moosburg“ will ein Arbeitskreis gleichen Namens fördern. Am Donnerstag traf man sich im Gasthof „Zur Länd“. Nach dem Referat vom Umweltreferent Dr. Michael Stanglmaier entstand unter den zahlreichen Besuchern – darunter sechs Stadträten – eine lebhafte Diskussion.

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Propagierte das Fahrrad: Dr. Michael Stanglmaier (Fotos: fi)
Günther Strehle, Reinhard Dick, Josefine Schreck und Klaus Reichel gehören dem Arbeitskreis an

Stanglmaier widmete nur einen kleinen Teil seines Referats negativen Punkten: Dass das Autofahren nicht eben klimaförderlich ist, dass jährlich rund 5000 Menschen im Verkehr sterben, dass eine autogerechte Infrastruktur die Bodenversiegelung fördert und dass bei den Kurzfahrten der Katalysator seine Betriebstemperatur nicht erreicht, weiß man. Es ist aber anthropogen, dass das durch diese Fakten entstehende schlechte Gewissen meist keine unmittelbaren privaten Konsequenzen nach sich zieht.

Radfahren wurde positiv dargestellt: Zum einen für jeden einzelnen. Es macht fröhlich, kommunikativ und senkt nachweislich das Risiko, an Brust- oder Darmkrebs oder an Alzheimer zu erkranken. Für Kinder dient es der Entwicklung des Orientierungssinns – wer Rad fährt, braucht später kein Navi.

Auch Unternehmen haben etwas davon: Der Krankenstand sinkt signifikant. Der Spezialpapierhersteller Hunsfos aus dem schweizerischen Cham hat allen 610 Mitarbeitern ein Fahrrad geschenkt. Pro Jahr sanken die Lohnfortzahlungen wegen Krankheit um 225000 Euro.

Um aber mehr Menschen auf den Sattel zu bringen, bedarf es Marketingmaßnahmen. Solche will der Arbeitskreis, dem Vertreter aus Umweltverbänden und der Stadt angehören, initiieren. Als Beispiel dient unter anderem das niederösterreichische Langenlois, das sich vor einigen Jahren als Verkehrsspar- Gemeinde profiliert hat. Radständer, die knick- und diebstahlssicher sind, städtische Mitarbeiter mit Elektrorädern oder Rabattaktionen der lokalen Geschäftswelt für Radler gehören zu dem Konzept. Die Erfolge seien überzeugend, so der Umweltreferent.

In Moosburg hapert es beim Radwegenetz. Einige Pflicht-Radwege seien schlicht und einfach illegal, da die vorgeschriebene Mindestbereite von 2,50 Meter nicht erreicht werde: So etwa am Ende der Münchener Straße stadteinwärts oder auf der Thalbacher Straße stadtauswärts auf Höhe der Einmündung zur Bahnhofstraße. Andere seien gefährlich: Wenn die Bonaustraße in die Münchener Straße mündet, sei das Abknicken des Radwegs eine Bedrohung für die Radler: Nach rechts in die Bonaustraße abbiegende Autos sähen diese nicht mehr.

Eie Kerngruppe an Aktivisten will die „FahrRad(!)Stadt Moosburg“ weitertreiben. Hinzukommen sollen Spezialisten für Details. Verkehrsreferent Bernd Schaffer etwa erklärte, jederzeit für verkehrstechnische Fragen zur Verfügung zu stehen, um Bonusprogramme für Radler beim Einkauf in der Innenstadt werde er sich nicht kümmern. -fi-

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Zahlreiche Besucher interessierten sich für den Arbeitskreis