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gruene-moosburg.de

Moosburger Zeitung 01.08.2008

Grüne wollen mehr als eine Wette gewinnen

Wahlkampfauftakt: Daxenberger und Magerl haben für Landtagswahl ehrgeizige Ziele

Au. Gewettet haben Sepp Daxenberger, Spitzenkandidat der Grünen für die Landtagswahl, und Direktkandidat Christian Magerl um ein Tragerl Bier beziehungsweise eine Kiste Wein, wer von den beiden in seinem Stimmkreis das Direktmandat holt. Die beiden Kandidaten der Grünen äußerten am Dienstag beim Wahlkampfauftakt des Kreisverbandes im Gasthaus Rosenwirt, dass sie bei der Wahl am 28. September nicht nur Direktmandate gewinnen, sondern auch die CSU unter die 50 Prozent-Marke drücken wollen. „Die CSU’ler haben die Hosen voll. Sie haben es verlernt,“ meinte Daxenberger.

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Wette besiegelt: Gewinnt Christian Magerl das Direktmandat im Stimmkreis Freising, bekommt er eine Kiste Wein von Sepp Daxenberger (3. v. l.). Siegt dieser im Berchtesgadener Land, zahlt Magerl ihm ein Tragerl Bier. Barbara Prügl, Vorsitzende des Ortsverbandes Hallertau, und Bezirkstagskandidat Andreas Ammer sind Wettzeugen (Foto: Hainzinger)

„Zeit wird’s“ haben sich die Grünen als Slogan für die Landtagswahl ausgesucht. Das, laut Magerl, „auferzwungene“ Thema Flughafen und dritte Startbahn sowie der „Gesamtkomplex Verkehrsanbindung“ seien die bestimmenden Themen, denen sich die Grünen im Landkreis widmen wollen. „Ich gehe klar und deutlich davon aus, dass es gelingt, die dritte Startbahn zu verhindern,“ meinte der Freisinger Magerl, der das erste Direktmandat für die Grünen in Bayern gewinnen möchte. Gegen das, so Magerl, „krebsgeschwürartige Wachstum des Flughafens“ und „für eine völlig neu orientierte Verkehrspolitik, bei der der öffentliche Personennahverkehr im Vordergrund steht“, wollen sich die Grünen im Landkreis einsetzen.

Markige Worte in Richtung der CSU wagte auch Magerl bei der Beschreibung der weiteren grünen Ziele. „Wichtig ist, den Rattenfängern der CSU nicht zu folgen. Die Atomkraftwerke dürfen nicht weiter laufen.“ Für den Erhalt der Schulen auf dem Land, eine andere Lösung als das dreigliedrige Schulsystem, die Förderung von Einsparmöglichkeiten im Energiebereich und den Ausbau von regenerativen Energiequellen sprach sich Magerl ebenso aus. Die „erste Landtagswahl, bei der nicht von vorne herein das Ergebnis feststeht“, sieht Grünen-Spitzenkandidat Sepp Daxenberger auf Bayern zukommen. „Die CSU regiert seit 46 Jahren, so alt bin ich. Ich hatte schon das Gefühl, das ich daran schuld bin,“ so der Kandidat scherzhaft, der sich um das Direktmandat im Stimmkreis Berchtesgadener Land bewirbt. Zwölf Jahre war er Bürgermeister in Waging, „jetzt ist es Zeit für eine neue Herausforderung“.

„Heute sind die Themen, die wir Grünen vor 25 Jahren hatten, plötzlich aktuell“, meinte Daxenberger. Für Nachhaltigkeit und gegen die Industrialisierung in der Landwirtschaft sprach er sich aus. „Das Ansteigen der Lebensmittelpreise ist für viele Leute ein Problem. Aber auf der anderen Seite ist das notwendig und macht Sinn. Wir können doch nicht für gutes Fleisch weniger bezahlen als für Hundefutter“, so der Spitzenkandidat.

„Bayern als gentechnisch freie Zone“ könnte laut Daxenberger zu einem „Standortvorteil im Wettbewerb mit den USA und anderen Ländern“ werden. Die Lebensmittelerzeugung solle zudem „mehr in die Hände des Mittelstandes und der Bauern“ gelegt werden, anstatt sie den Großkonzernen zu überlassen. „Wir müssen auch die Leute in die Lage versetzen, mit weniger Energie auszukommen“, so der Landesvorsitzende der Grünen weiter.

„Mindestens zweistellig“ solle das Ergebnis der Grünen bei der Landtagswahl ausfallen, so Daxenberger. „Die CSU hat Verdienste gehabt, aber sie haben es verlernt. Wir wollen jetzt zeigen, dass wir Verantwortung übernehmen können. Auch die Landesbank-Krise ist ein Sargnagel für die CSU,“ urteilte Daxenberger über die „Schwarzen“. -hai-