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Landratskandidat Dr. Christian Magerl

Landratskandidat Dr. Christian Magerl

Moosburger Zeitung 11.10.2007

Kampf gegen Startbahn und Transrapid

Landtagsabgeordneter Christian Magerl will Deutschlands erster grüner Landrat werden

Moosburg/Freising. Nun tritt offiziell der vierte Mann in Aktion: Der bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Dr. Christian Magerl bewirbt sich als Landratskandidat (wir berichteten). Am Dienstagabend erhielt er Rückenwind in Form eines einstimmigen Vertrauensvotums. Neben dem Kampf gegen die dritte Startbahn und den Transrapid will man in den kommenden Monaten auch auf anderen Politikfeldern von der Jugend bis zu den Senioren das Profil der Partei schärfen.

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Die Moosburger Stadträte Dr. Michael Stanglmaier und Winfried Held sowie Toni Wollschläger bei der Nominierungsversammlung der Grünen (Foto: fi)

Es begann unter der Sitzungsleitung von Kreisvorsitzendem Jürgen Maguhn und nach einer organisatorischen Vorbereitung durch Reinhard Kastorff bei gut zwei Dutzend Anwesenden, was in etwa einem Drittel der Parteimitglieder auf Kreisebene entspricht, frauenpolitisch überaus korrekt: Man suchte eine Kandidatin – das große „I“ war deutlich herauszuhören. Die einzige KandidatIn hieß dann Dr. Christian Magerl, der seine nach langer Überlegung getroffene Kandidatur damit begründete, die kommende Kommunalwahl sei eine „Weichenstellung für unsere Region“. Es gehe hier um Themen, die primär Kernkompetenz der Bündnisgrünen seien. Das Ergebnis solle CSU und SPD, die „die Misere eingebrockt“ hätten, zeigen, dass das „Doppelspiel“ zwischen Kreisverbänden und Landesverband in Sachen Startbahn und Transrapid nicht hingenommen werde. Insbesondere die CSU wolle man auf einen „niedrigen zweistelligen Bereich drücken“. Zudem sei es an der Zeit, dass Deutschland erstmals einen grünen Landrat bekomme.

Die KandidatIn erhielt anschließend das einstimmige Vertrauen in der Abstimmung – fast wie in der CSU, wie verlautete. Fast deshalb, da es Magerl sichtlich Freude bereitete, dass der neue Ministerpräsident zwei Enthaltungen und eine ungültige Stimme aus den eigenen Reihen kassiert hatte. Auch sonst sei es ein denkwürdiger Tag gewesen: In München habe man eine Allianz gegen den Transrapid geschmiedet, die Regierung von Oberbayern habe die Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens in Sachen dritter Startbahn offiziell angekündigt.

Dennoch ging Magerl nach seiner Nominierung zunächst auf andere Themen ein. In Sachen Bildung und Jugend sei ein radikaler Wechsel notwendig. Die schreiende Chancenungleichheit sei nicht nur ein soziales, sondern auch ein ökonomisches Problem, wenn als Folge davon Facharbeiter und Ingenieure fehlten. Das sei kein Belang der „großen“ Politik: Die Einrichtung von Krippenplätzen und die Errichtung von Ganztagesschulen betreffe massiv die kommunale Ebene.

Damit die Veranstaltung geschlechtstechnisch nicht zu überkorrekt ablief, hatte sich Magerl bei der Aufzählung seiner Schwerpunkte zum allgemeinen Gaudium einen Fauxpas geleistet: In der Auflistung folgte auf die Abfallwirtschaft die Frauenpolitik. Ernster wurde er anschließend in Sachen demographischer Wandel: Zwar schrumpfe der Landkreis nicht, aber hier verändere sich die Altersstruktur überdurchschnittlich ungünstig.

Vor 25 Jahren, so der Landratskandidat, sei man für die Forderungen in Sachen Umweltpolitik angefeindet, verlacht und beschimpft worden. Die dahinter liegenden Ideen seien aber verwirklicht worden, und so sei Deutschland in Sachen Ökotechnik Weltmarktführer geworden. Man fahre nun die Ernte ein, habe unlängst das Hamburger Wirtschaftsforschungsinstitut HWWI konstatiert, das in Fachkreisen einen konservativen bis neoliberalen Ruf genießt und den Grünen daher nicht eben nahe steht. Es gelte nun, so Magerl, diese Technologien auch im Landkreis einzusetzen.

Zum „ungewollten Wahlkampfschwerpunkt“ seien die Startbahn und der Transrapid geworden. Die unter dem Motto „Airfolg“ laufende gemeinsame Marketinginitiative mit dem Landkreis Erding und der Flughafengesellschaft sei „unglaubwürdig“. Man müsse die gesunde Wirtschaftsstruktur des Landkreises erhalten und auch an die Zeit nach dem Flughafenboom denken – jede wirtschaftliche Monokultur sei hier schädlich. Ebenso wie der Ausbau des Zentralbereichs zur Shoppingmall – dies stelle einen „Angriff auf die Wirtschaftskraft der Region“ dar. Vor dem 6. Januar werde er daher nicht mit voller Kraft in den Wahlkampf einsteigen, so Magerl: Er werde sich dem geplanten Volksbegehren gegen den Transrapid und dem Studium der Startbahn-Unterlagen widmen. -fi-